Plastikmüll in den Weltmeeren

Immer größere Abfallmengen werden in den Weltmeeren registriert. Diese Verschmutzung stellt eine zunehmende Bedrohung für die Tier- und Pflanzenwelt in den Meeren, aber auch für die Menschheit an Land dar. Bei über 75 Prozent der Abfälle handelt es sich um Plastikabfälle. Diese sind besonders problematisch, da sie sehr lange brauchen bis sie zersetzt sind.  Laut Untersuchungen der UNO befinden sich fast 20.000 Plastikteile auf einem Quadratkilometer Meeresoberfläche.

Zersetzungsdauer von Müll
Zersetzungsdauer verschiedener Produkte

Verschmutzungsarten und Herkunft

Angefangen bei ungeklärten Fäkalien, welche möglicherweise noch das geringste Problem für das Ökosystem Meer darstellen, bis hin zu gefährlichem Giftmüll und illegaler Altölentsorgung sind im Prinzip sämtliche Abfallarten im Meer vorzufinden.

Der größte Teil des Plastikmülls gelangt über Flüsse ins Meer. Insbesondere in Entwicklungsländern werden Abwässer und auch Haushaltsmüll häufig ungeklärt in Flüsse eingeleitet. Aber auch in manchen Industrieländern kann in nicht unehrheblichen Ausmaß eine Einleitung von Plastikmüll in die Meere über Flüsse erfolgen. Die Reinigung der Abwässer sollte daher allen Ländern ein vorrangiges politisches Ziel darstellen.

Der zweitgröße Verschmutzer der Weltmeere ist die Schiffahrt. Ausrüstung der kommerziellen Schiffahrt wie zum Beispiel Fischernetze und Nylonschnürre geht regelmäßig verloren oder wird illegal verkappt. Neben der Fischerei geht auch von Frachtschiffen häufig Ladung von Bord. So hat zum Beispiel der Frachter „Hansa Carrier“ 1990 über 80.000 Schuhe auf hoher See verloren.

Folgen der Verschmutzung

Für den Menschen sind vor allem die kleinsten Plastikteile eine Gefahr. Plastikteile werden mit der Zeit in immer kleinere Partikel zerlegt, welche zum Teil kleiner als Plankton sein können. So werden die kleinen Plastikteile im Nanobereich von Fischen aufgenommen. Dadurch wird eine nicht unehrhebliche Menge an Gift- und Schadstoffen in das Gewebe der Fische aufgenommen. Durch den Fischfang und -verzehr gelangen diese Schadstoffe dann in die menschliche Nahrungskette.

Neben der Gefahr für die Menschen stellt Plastikmüll auch eine Bedrohung für die Artenvielfalt in den Meeren dar. Viele Tierarten halten Plastikteile für Nahrung. Im Magen-Darmbereich der Tiere kommt es dann zu Verstopfungen, sodass die Tiere mit plastikgefülltem Magen verhungern.

Auch große Abfallprodukte oder Plastikteile können zur Gefahr für die Tierwelt werden. Delphine und andere Tiere können sich in Fischernetzen verfangen oder an scharfkantigen Gegenständen verletzen, wodurch sie qualvoll verenden.

Maßnahmen gegen Verschmutzung der Weltmeere

Auf den ersten Blick können Einzelpersonen erstmal wenig gegen die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere tun. Natürlich sollte jeder einzelne darauf achten, keinen Müll an Gewässer oder Stränden zurückzulassen. Durch den Kauf von Fisch bei Unternehmen, welche für einen nachhaltigen Fischfang zertifiziert wurde, kann man als Verbraucher auch ein Zeichen setzen und einen kleinen Beitrag zum Schutz der Meere leisten.

Viel wichtiger ist jedoch die Verschärfung der politischen Rahmenbedinung zum Schutz der Meere. Einerseits durch stärkere Regulierung der kommerziellen Schifffahrt und andereseits durch höhere Ausgaben bei der Klärung von Abwässer in Entwicklungsländern. Diese Ziele können nur durch politischen Druck erreicht werden. Eine Möglichkeit für einzelne Personen ist es daher, sich in einer Umweltschutzorganisation wie zum Beispiel Deepwave eV zu engagieren.

 

 

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