Krise am Oroville Staudamm

Manche von euch werden es vielleicht in den deutschen Nachrichten gesehen haben. Der Oroville Staudamm in Oroville, Kalifornien ist schwer beschädigt und mehr als 160.000 Menschen mussten aus dem Gebiet evakuiert werden. Mittlerweile hat sich die Lage am größten Staudamm der USA wieder stabilisiert. Die Probleme am Oroville Staudamm und die Reinigung des Flussbetts werden die Bewohner von Butte County allerdings noch lange beschäftigen. In diesem Bericht möchte ich über die aktuelle Lage am Staudamm berichten, welche Auswirkungen die Havarie auf die Umwelt hat und wieso Großprojekte wie der Oroville Staudamm immer gleichzeitig Chance und Risiko sind.

Oroville Staudamm Havarie
Beschädigter Oroville Staudamm und Hangerosion

Der beschädigte Staudamm

Nach jahrelanger Dürre in Kalifornien hat es in diesem Winter den lang erhofften Regen geben. Der Niederschlag war allerdings so stark, dass weite Teile Kaliforniens mit Überflutungen zu kämpfen hatte. Als Folge des starken Regen stieg der Pegel des Oroville Reservoir . Der normale Abfluss über das Hyatt Wasserkraftwerk war nicht mehr ausreichend um die Zuflüsse in den See zu bewältigen. In solchen Fälle werden dann große Wassermengen über die sogenannte „Main Spillway“ abgelassen. Diese kann man sich als eine Art große Wasserrutsche vorstellen. In dieser „Main Spillway“ hat sich in der Mitte ein großes Loch in der Betonoberfläche entwickelt, weshalb der Betrieb eingestellt werden musste.

Oroville Main Spillway
Beschädigte Main Spillway

Die Folge davon waren wieder steigende Pegelstände, bis der See einfach übergelaufen ist. Das Wasser floß nun unkontrolliert über die Kante des Staudamms. Da dieser dafür nicht wirklich ausgelegt war kam es zu einer gigantischen Hangerosion. Diese Erosion war so stark, dass sie die bauliche Integrität des Damms bedrohte und letztlich die Evakuierung des Gebiets rund um Oroville auslöste.

Umweltauswirkungen der Katastrophe

Neben der Hangerosion und Beschädigung des Staudamms wurden gewaltige Erdmengen in den Fluss gespült. In direketer Folge der Erdmengen im Feather River Fluss musste das Wasserkraftwerk am Oroville Staudamm abgeschaltet werden. Die Hangerosion hat zudem zum Verlust zahlreicher Bäume und einiger Stromleitungen bzw. Strommasten geführt.

Nun sind hunderte von Arbeitern mit schweren Gerät im Flussbett damit beschäftigt, die eingespülten Materialien wieder herauszubekommen. Die zuständige Behörde DWR schätzte die Abraummenge auf über 1,7 Millionen Kubimeter Erde und Felsgestein ein. Da keine Zeit für eine geordnete Beseitigung ist, mussten in direkter Nachbarschaft zum Staudamm weitere Bäume gefällt werden, um Platz zu machen für die gigantischen Erdbewegungen.

Schweres Gerät zur Abraumbeseitigung
Aufräumarbeiten am Oroville Staudamm

Eine weitere Folge des Krisenmanagements am Oroville Staudamm sind die stark schwankenden Flusspegel, wodurch Flussufer teilweise eingestürzt sind und auch Fischbestände eventuell bedroht sind. Ein weiteres Problem sind die, durch die Hangerosion in den Fluss eingestragenen Stoffe, bei denen zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand sagen kann, welche Schadstoffe möglicherweise darin enthalten waren.

Oroville Staudamm: Chance und Risiko

Die Krise am Oroville Staudamm ist ein gutes Beispiel für die Gefahren, welche entstehen können, wenn der Mensch all zu stark in die Natur eingreift. Glückerlicherweise sieht es mometan so aus, als ob die Lage unter Kontrolle ist und eine Katastrophe verhindert werden kann. Ein Bruch des Staudamms hätte laut DWR eine neun Meter hohe Flutwelle ausgelöst, wodurch Menschen und Umwelt irreparabel zu Schaden gekommen wären.

Gleichzeitig hat ein Staudamm dieser Größe auch einen großen Nutzen für Mensch und Natur. Die produzierten Strommengen sind unter normalen Umständen gewaltig und 100 Prozent CO2 frei. Dadurch werden wertvolle fossile Ressourcen zur Stromerzeugung eingespart. Ein weiterer Vorteil ist der Hochwasserschutz.

Man sieht also, dass Großprojekte nicht ohne Risiken sind und gleichzeitig einen großen Nutzen haben können. Wichtig ist, dass man aus dieser Krise dazulernt. Im Falle der USA wird Infrastuktur allgemein nicht so gut gewartet wie zum Beispiel in Deutschland. Dies ist für das wirtschaftsstärkste Land der Erde ein Armutszeugnis und sollte ein Denkanstoß für die Planung in der Zukunft sein.

 

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